11. Februar 2020

CD-REVIEW: Green Day – Father Of All …

Wenn Punks in die Jahre kommen und all ihre Wut bereits rausgelassen haben: Green Day meinen es mit ihrem neuen Album gut, kommen aber nicht wirklich voran.

Green Day

Kaum eine Band ist so sehr von der Realität ein- und überholt worden wie Green Day: 2004 veröffentlichten sie mit “American Idiot” ein Pamphlet gegen die US-Politik – wohlgemerkt zu Zeiten von George W. Bush. Damals konnte noch niemand ahnen, dass es zwölf Jahre später noch deutlich schlimmer werden würden.

Und genau darin besteht die Schwierigkeit: Was genau soll jetzt noch kommen? Zudem sind die Zeiten der Single-Hits beim Trio schon länger vorbei. Und zu allen Überfluss lassen sie bei ihrem Albumtitel auch noch das wütende “Motherfuckers” weg bzw. beim Albumcover ist es nur zu erahnen – nicht gerade punkig.

“Father Of All …” erweist sich als kurz und knackig. Nur zehn Songs sind drauf, nicht mal eine halbe Stunde Spielzeit. Die drei Musiker versuchen stoisch, ihrem Punkrock treu zu bleiben. Man erkennt die so einflussreiche Band deutlich wieder und wird ab und zu bereits von Songtiteln selbst angeschrieben (“Oh Yeah!”), ohne aber wirklich etwas aus dem Album mitzunehmen.

“I Was A Teenage Teenager” klingt dann wie Möchtegern-Collegerock der gealterten Ex-Schüler. Die Verdienste von Green Day um Punk und Rock sind unbestritten, aber der Zahn der Zeit nagt eben auch an Billie Joe Armstrong und Co. Zugute halten muss man ihnen allerdings, dass sie mit “Father Of All …” keineswegs ihr eigenes Denkmal beschädigen. Aber ein Meilenstein in der Bandgeschichte ist das neue Album eben ganz sicher auch nicht.

 

Albuminfos Green Day – Father Of All …

Green Day - Father Of All ...Künstler: Greeen Day
Albumname: Father Of All …
VÖ: 07.02.2020
Label: Reprise Records
greenday.com

 

Fotos: Warner Music

 

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