22. Juni 2011

CD-REVIEW: Mads Langer – Behold

Ecken und Kanten gesucht

Mads Langer - BeholdMads Langer, nie gehört? Doch, ganz bestimmt! Der junge Däne steht derzeit bei den Radiostationen mit seinem Olive-Cover “You’re Not Alone” ganz hoch im Rotationskurs. Das Album “Behold” folgte dem ersten Hit auf dem Fuß.

Auf Albumlänge kann Mads Langer aber kaum überzeugen. Die zwölf Songs sind solider Singer/Songwriter-Pop ohne Ecken und Kanten. Zu Beginn verbreitet Mads Langer noch Aufbruchsstimmung, wenn er auf “I’m Leaving” zuerst vom verlorenen Glauben singt, dann aber propagiert: “After the sunset there will be a sunrise”. Danach pendelt sich die Stimmung des Albums irgendwo zwischen sehnend und traurig ein.

Als mögliche Nachfolgesingle tut sich besonders die Ballade “Last Flower” hervor. Ähnliches Hitpotenzial haben auch “Riding Elevators” und das überraschend schmissige “Microscope”.

Das war es dann allerdings mit der Herrlichkeit. Der Rest des Albums verliert sich in nettem bis langweiligem Pop. Mal eine nervige Liebesschnulze mit dem schlichten Titel “I Love You”, mal der Versuch einer komplexeren Ballade (“The River Has Run Wild”), von der allerdings nichts hängen bleibt. Schon gar nicht das Bedürfnis, sie noch einmal hören zu wollen.

Es ist ebenso schade wie bezeichnend, dass Mads Langer den Durchbruch mit einer Coverversion geschafft hat. Denn zwar verpackt er Olives “You’re Not Alone” in seinen eigenen Sound, bügelt es glatt und macht daraus eine radiotaugliche Popnummer, ähnlich wie es Milow seinerzeit mit “Ayo Technology” getan hatte. Aber seine eigenen Songs haben nur selten einen solchen Ohrwurmfaktor und die Musik zu wenige Höhen und Tiefen, um wirklich von Belang zu sein.

Trackliste:

01. I’m Leaving
02. The River Has Run Wild
03. Riding Elevators
04. Microscope
05. Fast-Fiction
06. Drunken Butterfly
07. You’re Not Alone
08. Remains Of You
09. Last Flower
10. Rearranged
11. I Love You
12. Death Has Fallen In Love

Label: Sony Music
VÖ: 27.05.2011
Format: CD
Bewertung: 3/6
madslanger.com

(Im Original erschienen bei triggerfish.de am 22. Juni 2011.)

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