INTERVIEW: 10 Fragen an Oliver Grandt von The Age Of Sound

In Zeiten des medialen Casting-Wahns ist es immer wieder erfrischend, Bands zu begegnen, die hart für ihren Erfolg gearbeitet haben. The Age Of Sound sind so eine Band. Seit über fünf Jahren sind die vier Hamburger Olli, Sebastian, Hauke und Steffi bereits gemeinsam unterwegs, haben unzählige Demos aufgenommen und Konzerte in kleinen Clubs gespielt. Seit heute steht ihr Debütalbum „…And Then Came The Age Of Sound“ in den Läden.

Sänger Olli spricht über den beschwerlichen Weg zum ersten Album, den Britpop-Sound seiner Band und verrät, warum The Age Of Sound das Zeichen des FC St. Pauli im Logo tragen dürfen.

The Age Of Sound, Interview

1.) Hallo Olli, The Age Of Sound bestehen seit 2006, aber erst jetzt kommt euer erstes Album raus. Wie beschwerlich war der Weg bis hierhin?

Oliver Grandt: Sehr! Schon nach unseren ersten Demoaufnahmen 2006 haben wir gemerkt, dass die Songs gut ankommen. Für ein richtiges Album braucht man allerdings entweder jede Menge Geld oder gute Kontakte. Da wir kein Geld hatten, mussten wir auf Kontakte warten, was leider etwas gedauert hat. Aber dass es überhaupt dazu gekommen ist, macht uns natürlich mehr als glücklich. Ein Album war immer unser Traum!

2.) Welche Ziele habt ihr mit eurem Album „…And Then Came The Age Of Sound“?

Wir hoffen, dass es erfolgreich genug sein wird, um uns die Chance zu ermöglichen, schnell ein zweites Album aufzunehmen. Wir haben jede Menge Songs, die darauf warten, aufgenommen zu werden!

3.) Songs wie „Faster Than You“ oder „On A Sunday“ existieren seit Jahren in verschiedenen Demo-Versionen. Wie haben sie sich über die Jahre entwickelt – bis hin zu den jetzigen Versionen auf dem Album?

Es gab hier und da ein paar textliche Veränderungen, die Leadgitarrenparts wurden überarbeitet und teilweise Zweitgesänge eingebaut, aber die grobe Struktur ist eigentlich immer dieselbe geblieben. Die Songs wurden einfach geschliffen. Die Demos waren quasi die schmutzigen Vorgänger der Albumversionen.

4.) Euer Sound klingt sehr nach Oasis. Ist das Absicht?

Oasis gehört auf jeden Fall zu den Vorbildern von The Age Of Sound. Sie waren zusammen mit den Beatles und all den Gruppen dieser Richtung unsere Lehrer. Wir machen Musik, die uns gefällt und wir mögen eben einfach Bands, die so klingen.

5.) Ihr habt eine Frau am Schlagzeug. Wie hält es Steffi mit euch drei Männern in der Band aus?

Zitat von Steffi: „Mit diesen drei Männern in der Band wird es 100%ig niemals langweilig. Manchmal könnte ich mich dermaßen über sie ärgern, wie über jemanden, der vor einer grünen Ampel anhält. Und manchmal sind sie die unkompliziertesten (weil männlichen) und liebevollsten Freunde, die man sich nur vorstellen kann. Wenn man davon absieht, dass sie regelmäßig versuchen, mich mit Eis und Süßigkeiten zum Singen zu zwingen versuchen, leben wir, glaube ich, in einer ziemlich guten Symbiose miteinander. Ich weiß, dass ich nicht ohne sie sein könnte, aber ich weiß auch, dass die zweieinhalb taktgefühlslosen Jungs ohne mich an der Schießbude ziemlich aufgeschmissen wären! Insgesamt muss ich also zugeben, dass ich das Leben mit drei Männern in der Band nicht tauschen möchte.“

6.) Stimmt es, dass ihr auf eurer ersten selbst organisierten Tour mal nach einem Gig auf der Bühne übernachten musstet?

Ja, das war auf unserer ersten Deutschland-Tour, die wir zusammen mit unseren Freunden von Kazimir organisiert haben. Da wurde teilweise auf oder auch neben den Bühnen geschlafen. In Bad Aibling sind wir zum Beispiel nach dem Konzert mit ein paar Leuten aus dem Publikum in eine lokale Kneipe gegangen und haben dort etwas gefeiert. Später sind wir dann zurück in den Club und haben uns einfach so wie wir waren, mit Mantel und Schuhen, auf die Bühne gelegt, um zu schlafen. Die Nächte, in denen wir tatsächlich Betten hatten, waren dafür umso schöner!

7.) Anfang des Jahres wart ihr mit The Domino State unterwegs. Wie war die Tour?

Es gab jede Nacht Betten! Die gesamte Tour war unglaublich, nicht nur wegen der Betten. Es war alles sehr gut organisiert, es gab jeden Tag gutes Essen in den Clubs, wir hatten einen Mischer und einen Tourmanager dabei, die Auftritte waren super, die Leuten waren einfach toll… Es war einfach rundum gelungen. Wir hatten eine tolle Zeit mit The Domino State und haben viele neue Freunde gewonnen!

8.) Ihr tragt das Zeichen des FC St. Pauli in eurem Logo. Wie kam es dazu?

Wir haben vor ein paar Jahren im Knust in Hamburg gespielt und wurden danach von Sven Brux vom FC St. Pauli angesprochen, ob wir nicht Lust hätten, auf deren Weihnachtsfeier aufzutreten. Und wir hatten Lust! Danach haben wir dann noch zweimal auf FC St. Pauli Veranstaltungen gespielt und durften dann „FC St. Pauli empfiehlt“ auf unser Logo schreiben.

9.) Vor vielen Jahren habt ihr euch ein Street-Team aufgebaut. Wie funktioniert es?

Man kann auf jeden Fall sagen, dass wir ohne unser Street-Team jetzt nicht dieses Interview führen würden. Unser Manager bekam damals über ein Street-Team-Mitglied unsere Demo-EP und nahm daraufhin Kontakt zu uns auf, was glücklicherweise zur Zusammenarbeit und im Endeffekt auch zum jetzigen Album-Release führte. Das Street-Team ist uns sehr wichtig und wir können all den Helfern nicht genug für ihre tolle Arbeit danken! Und über neue Mitglieder freuen wir uns natürlich immer!

10.) Was passiert nach der Album-VÖ, was sind eure Pläne für die Zukunft?

Hoffentlich jede Menge Auftritte. Da wird zurzeit auf jeden Fall dran gearbeitet. Und wir freuen uns natürlich schon sehr auf Feedback zum Album.

Vielen Dank für das Interview.

Foto: Promo

(Im Original erschienen bei triggerfish.de am 06. Mai 2011.)