22. Mai 2007

KONZERT-REVIEW: The Lemonheads – Frankfurt (Batschkapp), 19.05.2007

Langes Warten & schnelles Ende

Nach zehn Jahren Bandpause produzierte die Punkpop-Band „The Lemonheads“ im letzten Jahr ein neues Album. Auf ihrer diesjährigen Tour machten Evan Dando und Co. Station in Frankfurt.

Bevor das Konzert der amerikanischen Punkpop-Band „The Lemonheads“ in der Batschkapp am 19. Mai 2007 beginnen kann, ist Warten angesagt. Frontmann Evan Dando kommt erst mit Verspätung in Frankfurt an.

 

Die Vorband, „The Icarus Line“, beginnt deshalb eine Stunde später als geplant. Nach 45 Minuten räumen sie die Bühne und Evan Dando ist endlich da. Vom ersten Augenblick wirkt er sehr versunken in die Musik. Seine Augen sind fast die ganze Zeit geschlossen. Später, wenn er seine Mütze absetzt, sind sie hinter den langen Haaren ohnehin nicht mehr zu sehen. Flankiert wird er dabei von einem Bassisten und einem Drummer, eine der unzähligen Besetzungen rund um Dando in der mittlerweile zwanzigjährigen Bandgeschichte. Sie liefern die musikalische Basis, die von Zeit zu Zeit ein wenig zu laut wirkt. Sie nehmen den Songs die Gebrechlichkeit, die Dandos Texte ausmachen. „I’m too much with myself, I wanna be someone else“, lautet eine Zeile des Songs „My drug buddy”.

Neuere Songs begeistern

Die Lemonheads spielen an diesem Abend vornehmlich neuere Songs. „Black gown“ aus dem Comebackwerk „The Lemonheads“ aus dem letzten Jahr begeistert gleich zu Beginn, „If I could talk I’d tell you“ von der vorletzten Platte „Car button cloth“ (1996) bringt Schwung in die Zuschauerbeine. Mit älteren Hits gehen Dando und Co. sparsam um. „It’s a shame about Ray“ spielen sie umjubelt, auf „Mrs. Robinson“, die Coverversion von Simon & Garfunkel, die den Lemonheads einst zum Durchbruch verhalf, warten die Fans vergeblich.

Ende nach nur einer Stunde

„Sorry for being late“ ist die einzige Ansage, die Evan Dando außer zwei spärlichen „Thank you“ an das Publikum macht. „The outdoor type“, ebenfalls vom 96er Album, geht unter die Haut, nicht zuletzt dank der Tatsache, dass Evan Dando zum Schluss alleine auf der Bühne steht. Nach diesem Song und nur einer Stunde Spielzeit geht auch Dando und bleibt dem Publikum einiges schuldig. Selbst minutenlanges Klatschen der begeisterten Zuschauer bringt ihn nicht dazu, noch einmal auf die Bühne zu kommen. Das Licht geht an und in der Batschkapp beginnt, nun ebenfalls verspätet, die abendliche Disko. Dabei hätten die Zuschauer gerne noch mehr von Evan Dando gehört.

(Im Original erschienen im Campusmagazin der Hochschule Darmstadt am 22. Mai 2007.)

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