8. September 2017

KONZERT-REVIEW: Tuckerville-Festival 2017 – Enschede

Tuckerville

Niederländische Weltklasse

Im Wald nahe Enschede, nur wenige Kilometer hinter der deutschen Grenze, an einem Samstag Anfang September: Das Tuckerville-Festival feiert seine Premiere. Und was für eine!

Auf die Beine gestellt hat das Festival unter anderem Ilse DeLange, Sängerin der Common Linnets. Sie ist an diesem Tag omnipräsent: Am Eingang scannt sie die Karten derer, die schon ganz früh gekommen sind, bei Douwe Bob entert sie die Bühne und stimmt mit ein und mit ihrer Band tritt sie natürlich auch noch auf.

Doch bis dahin vergeht ein langer Tag auf einem herrlichen Gelände am See. Die Ticketpreise für das eintägige Festival sind moderat (im Gegensatz zu den horrenden Gebühren für den Parkplatz), viele Familien haben sich eingefunden.

Douwe BobEin Großteil der Bands kommt aus den Niederlanden. Aber auch internationale Gäste sind dabei, wie die Britin Holly Macve, die recht früh die kleinere Open-Air-Bühne bespielt. Anschließend ist Douwe Bob auf der Hauptbühne dran. Der ESC-Teilnehmer von 2016 hat das Publikum durch seine sympathische Art und seinen Country-Rock schnell auf seiner Seite.

Mit Daniel Romano und Amy Macdonald folgen zwei weitere internationale Gäste. Letztere erzählt viel aus ihrer Vergangenheit und spielt zum Glück auch viele Songs ihrer früheren Werke. Nur die Auftrittszeit am Nachmittag ist für den vielleicht größten Namen des Tuckerville etwas seltsam gewählt.

RacoonDoch in den Niederlanden sind Racoon, die auf der großen Bühne als nächstes dran sind, ebenfalls große Stars. Sie haben gerade ihr neues Album angekündigt und stecken in dem Dilemma, das viele Bands kennen, die schon lange im Geschäft sind: Sie schaffen es nicht, alle ihre Hits in nur eine Stunde Auftrittszeit zu packen. „Love You More“ wird jedoch zum Triumphzug – den Song kennt in den Niederlanden jeder und das gesamte Publikum singt mit. Sänger Bart packt spontan sein iPhone aus und hält alles auf Video fest.

Es folgt das Heimspiel für Ilse DeLange und ihre Common Linnets. Das Quartett hat sich zusätzliche Musiker auf die Bühne geholt und so funktioniert ihre eigentlich recht ruhige, country-angehauchte Musik auch auf dem großen Open-Air-Gelände wunderbar. Nicht nur dank des großen Hits „Calm After The Storm“ sorgen sie an dem inzwischen recht kühlen Abend für das Highlight.

TriggerfingerDanach beschließen Triggerfinger den Festivaltag im Grünen. Sie passen musikalisch jedoch nur bedingt zum Rest des Festivals, weil sie deutlich härtere Musik spielen als die anderen Bands. Parallel zu ihrem Auftritt legt nebenan ein DJ alles von Schlager bis Green Day auf und wer auch darauf keinen Bock hat, sitzt mit anderen am inzwischen entfachten Feuer am See. Ein perfekter Ausklang für ein Festival, das gerne wieder stattfinden darf.

Hier gibt es die Bilder vom Festival.

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