„Bin gegen Gewalt“: Rumänische ESC-Sängerin verteidigt ihren Song „Choke Me“

„Würge mich“ – so lautet die Aufforderung, die die rumänische Sängerin Alexandra Capitanescu in ihrem Eurovision-Song ausspricht. Im Interview mit bleistiftrocker.de hat sie sich gegen Kritik verteidigt.

Alexandra Capitanescu, Rumänien, Eurovision Song Contest 2026, Interview

Anfang 2026 hat Alexandra Capitanescu gemeinsam mit ihrer Band den rumänischen ESC-Vorentscheid „Selectia Nationala 2026“ gewonnen. Im Anschluss entbrannte eine Diskussion um ihren Song „Choke Me“. Im englischen Guardian wurde Clare McGlynn, Professorin für Rechtswissenschaften an der Universität Durham und Expertin für Gewalt an Frauen, zitiert. Die Aufforderung „Würge mich“ zeige eine „alarmierende Missachtung der Gesundheit und des Wohlbefindens junger Frauen“, sagte sie und sprach von einer „leichtfertigen Normalisierung einer gefährlichen [sexuellen] Praxis“.

Alexandra Capitanescu: „Choke Me“ ist eine Metapher

Im Interview mit bleistiftrocker.de beim Eurovision in Concert am vergangenen Samstag sagte Alexandra Capitanescu, dass sie die Diskussion um ihren Song überrascht hat. „Damit habe ich niemals gerechnet“, sagte sie und verteidigte „Choke Me“: „Mein Lied handelt nicht von gewalttätigen Dingen. Es ist eine Metapher.“

Vor einiger Zeit hatte die 22-Jährige ein entsprechendes Statement veröffentlicht und darin unter anderem geschrieben, dass der Song niemals dazu gedacht war, sexuelle Dinge darzustellen. Von der EBU, die im vergangenen Jahr beispielsweise die Auftritte bzw. Texte von Erika Vikman (Finnland) und Miriana Conte (Malta) hatte entschärfen lassen, gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass man den rumänischen Song in irgendeiner Weise beanstanden wird.

Rumänien feiert Eurovision-Comeback

Im Interview erklärte Alexandra Capitanescu, was „Choke Me“, übrigens geschrieben zusammen mit den Jungs aus ihrer Band, für sie bedeutet: „In diesem Song geht es um unsere inneren Kämpfe, denn jeder kennt das. Aber es ist wichtig, dass man erkennt, wie wichtig Selbstliebe ist“, sagte sie. „Und wenn man sich nicht von negativen Gedanken erdrücken lässt, ist man sehr kreativ. Das wollte ich mit diesem Song ausdrücken.“

Der Auftritt der Rockband in Wien wird ein Comeback markieren: Rumänien hatte in den vergangenen zwei Jahren auf eine ESC-Teilnahme verzichtet und ist nun wieder dabei. „Die Rumänen sind sehr begeistert und unterstützen uns toll.“ Sie habe viele Idee für Bühnengestaltung und Outfit bekommen, so Alexandra Capitanescu. „Das ist fantastisch, denn solche Ratschläge kosten normalerweise Geld. Sie haben es kostenlos getan, weil ihnen unser Lied gefällt.“

 

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Foto: Vanda Bienville

 

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