Olli Schulz – Vom Rand der Zeit (Review)

Endlich wieder ein neues Album von Olli Schulz: Der Singer/Songwriter ist auf „Vom Rand der Zeit“ sehr reflektiert, beschreibt aber auch diverse andere Schicksale.

Olli Schulz

2018 wurde sein Album „Scheiß Leben, gut erzählt“ noch als Mixtape vermarktet, aus dem es keine Singles und keine Vorab-Bemusterung für die Presse gab. Mit „Vom Rand der Zeit“ war das anders: In Hinführung auf das Album sind schon zahlreiche Songs erschienen.

Duett mit Ina Müller

Und so wussten wir bereits, dass Olli Schulz dieses Mal wieder als Geschichtenerzähler unterwegs ist. Besonders berührend ist das auf „Am Rand der Zeit“, das in eine Kneipenwelt eintaucht – stark in inhaltlichem wie musikalischem Aufbau.

In einem Duett mit Ina Müller beschreibt der 50-Jährige die traurige „The show must go on“-Welt und verlegt sie stellvertretend auf Stadtfeste. „Jennys Hundefarm“ kratzt bei aller Sympathie für leicht kaputte Charaktere auch ein bisschen daran, sich zu sehr über die beschriebene Protagonistin lustig zu machen. Meistens bekommt Olli Schulz diesen Spagat jedoch gut hin.

Schicksale, Gefühl und mutmachende Momente

Stark ist er aber auch dann, wenn die Songs direkt auf ihn selbst gemünzt scheinen. „Es wird Zeit, dass unser Herz wieder blüht, einfach so“ im wundervollen Opener verleiht Schwung – und zwar Zuhörenden und Sänger gleichermaßen. Und bei „Hamse nich“ kommt der ruhige Singer/Songwriter, der in den letzten Jahren eher als krawalliger Podcaster aufgefallen ist, endlich wieder komplett hervor.

Verschiedene Schicksale, viel Gefühl und auch mutmachende Momente – daraus setzt sich „Vom Rand der Zeit“ zusammen. Das ist anders als der Mixtape-Ansatz vom letzten Mal, aber mindestens genauso schön.

 

Albuminfos Olli Schulz – Vom Rand der Zeit

Olli Schulz - Vom Rand der ZeitKünstler: Olli Schulz
Albumname: Vom Rand der Zeit
VÖ: 09.02.2024
Label: UMD
ollischulz.com

 

Fotos: Winson

 

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