25 Länder kämpfen am Samstag beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien um den Sieg. Wir analysieren die Chancen aller Final-Acts.
Um 21 Uhr startet die Show aus Wien. In Deutschland ist sie in der ARD zu sehen. Unter der Woche hatten bereits Halbfinals stattgefunden, um die Anzahl der teilnehmenden Acts von 35 auf 25 zu reduzieren. Für Deutschland geht Sarah Engels mit dem Song „Fire“ ins Rennen.
Hier ist unsere Prognose für das ESC-Finale:
01. Sören Torpegaard Lund – För Vi Går Hjem (Dänemark)

Ein toller Showstart, für den Mitfavoriten aus Dänemark aber womöglich ein undankbarer früher Startplatz. Wird viele Punkte von Jurys und dem Publikumsvoting bekommen und ein gutes Ergebnis einfahren, aber nicht gewinnen.
02. Sarah Engels – Fire (Deutschland)

Die deutsche Kandidatin hatte nach ihrem Außer-Konkurrenz-Auftritt im Halbfinale ein Mini-Momentum, weil sie stark abgeliefert hatte. Startnummer zwei könnte das nun wieder zunichte machen. So früh und zwischen zwei Acts, die viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, wird sie kaum im Gedächtnis bleiben können. Das wird kein allzu gutes Ergebnis für Deutschland.
03. Noam Bettan – Michelle (Israel)

Ein guter Sänger, viel mehr geben Auftritt und Song allerdings nicht her. Israel dürfte aufgrund der besonderen politischen Situation bei den Jurys wenig und beim Publikum einiges holen, hat mit dem Sieg aber nichts zu tun.
04. Essyla – Dancing On The Ice (Belgien)

Schon der überraschende Finaleinzug war für Essyla ein großer Erfolg. Im Finale wird sie eher auf den hinteren Plätzen zu finden sein.
05. Alis – Nan (Albanien)

Wird manche berühren und andere kalt lassen. Ein Platz im hinteren Mittelfeld ist für Albanien realistisch.
06. Akylas – Ferto (Griechenland)

Der quirlige Grieche Akylas ist mit seiner lustigen und aufgedrehten Show ein heißer Favorit auf den Sieg im Publikumsvoting. Ob die Jurys ihn allerdings auch zu würdigen wissen, ist fraglich. Top Five ist realistisch, ein Platz in kommenden ESC-Rückblicken zudem sicher.
07. LELÉKA — Ridnym (Ukraine)

Hat im Halbfinale bei ihrem langen Ton gepatzt, kam allerdings trotzdem weiter. Geht im lauten Zirkus etwas unter, ist aber sympathisch. Mittelfeld für die Ukraine.
08. Delta Goodrem – Eclipse (Australien)

Delta Goodrem hat im Halbfinale einen Auftritt hingelegt, der sie zur heißen Favoritin auf den Sieg gemacht hat. In der Liveshow war sie nach durchwachsenen Proben-Eindrücken on point, die Inszenierung fesselt und begeistert. Zudem ist sie neben Linda Lampenius der große Star des Feldes. Eine von beiden wird den Sieg mitnehmen – womöglich tatsächlich zum ersten Mal Australien.
09. Lavina – Kraj Mene (Serbien)

Ein Beitrag für die Metalheads. Weil diese beim ESC aber deutlich in der Minderheit sein dürften, wird es dann am Ende wohl das untere Mittelfeld.
10. Aidan – Bella (Malta)

Ordentlicher Gesang, ordentliches Staging – für Aidan könnte es in Richtung Top Ten gehen. Den Status des Geheimfavoriten hat er allerdings nicht mehr inne.
11. Daniel Zizka – Crossroads (Tschechien)

Einer der besten Sänger im Feld, auch wenn der Song nicht immer spannend ist. Sollte vor allem dank der Jurys eine zufriedenstellende Platzierung machen.
12. Dara – Bangaranga (Bulgarien)

Dara hat ganz viel Energie und das Zeug zum Publikumsliebling. Auch hier ist einstelliges Ergebnis nicht unrealistisch.
13. Lelek – Andromeda (Kroatien)

Ein starker Auftritt – stimmlich und visuell. Das sollte zumindest auf der linken Seite des Scoreboards landen.
14. Look Mum No Computer – Eins, Zwei, Drei (Großbritannien)

Ein sympathisch-chaotischer Auftritt, der sich seiner eigenen Ironie bewusst ist. Allerdings trotzdem ein Kandidat für ganz hinten.
15. Monroe – Regarde ! (Frankreich)

Frankreich ist wie meistens als Mitfavorit gestartet, die erst 17-jährige Monroe kann dieses Versprechen aber nicht einlösen. Mit einem Track, der verdächtig nach „Wir machen es wie der Vorjahressieger“ klingt, wird das nichts mit ganz vorne.
16. Satoshi – Viva, Moldova! (Moldau)

Ein Partysong für die Halle. Fraglich, ob das bei den Jurys verfängt – im Publikumsvoting wohl noch eher. Wird aber ein gutes Ergebnis.
17. Linda Lampenius x Pete Parkkonen – Liekinheitin (Finnland)

Sind als große Favoriten nach Wien gereist und haben diesen Status zwar durchaus untermauert, bekommen auf den letzten Metern aber Druck von Delta Goodrem. Ein spannender Zweikampf könnte bevorstehen.
18. Alicja – Pray (Polen)

Eine starke Stimme und ein gutes Staging, der Song ist allerdings nur Durchschnitt. Jurypunkte wird es für Alicja geben, aber trotzdem nicht allzu weit nach vorne gehen.
19. Lion Ceccah – Sólo Quiero Más (Litauen)

Eine künstlerisch wertvolle Performance, die vermutlich nicht bei jedem ankommt. Der Finaleinzug war für Lion Ceccah ein Erfolg, alles andere ist Bonus.
20. Felicia – My System (Schweden)

Ein Dancepop-Song aus Schweden, der nicht viel reißen dürfte – selbst wenn Schweden gerne mal überraschend viele Punkte von den Jurys bekommt. Felicia wird die Top Ten wohl trotzdem verfehlen.
21. Antigoni – Jalla (Zypern)

Wenn sich die schwache Gesangsleistung aus dem Halbfinale wiederholt, dürfte für Zypern nicht viel zu machen sein. Aber auch ansonsten ist der Track keiner für ein gutes Ergebnis.
22. Sal Da Vinci – Per Sempre Si (Italien)

Sal Da Vinci führt eine Art „Hetero-Männer – das Musical“ auf. Alles an diesem Auftritt ist unangenehm angestaubt, aber auch dieser Song wird seine Fans finden und sich gut platzieren.
23. Jonas Lovv – Ya Ya Ya (Norwegen)

Jonas Lovv männert in „Ya Ya Ya“ unangenehm herum. Weil er das auch stimmlich nicht allzu überzeugend macht, wird er sich eher auf den hinteren Rängen einreihen.
24. Alexandra Capitanescu – Choke Me (Rumänien)

Musikalisch eine starke Farbe im Wettbewerb. Beim Text ist es immer noch ein Rätsel, warum die EBU bei so einer gewaltverherrlichenden Metapher nicht eingegriffen hat. Wird sich sehr gut platzieren.
25. Cosmó – Tanzschein (Österreich)

Der Titelverteidiger zum Schluss: Cosmós Auftritt hat nach dem Vorentscheid ein deutliches Upgrade bekommen. Ob „Tanzschein“ international Anerkennung finden wird, muss allerdings bezweifelt werden. Auch eher ein Kandidat für das Ende des Tabelle.
Schweiz und Luxemburg bereits ausgeschieden
Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien waren als Teil der Big Four für das Finale vorqualifiziert, ebenso Österreich als Gastgeber und Titelverteidiger. Die anderen 20 Acts haben sich ihre Teilnahme durch die Qualifikation in den Halbfinals gesichert.
Diese Acts sind nicht über das Halbfinale hinausgekommen und deshalb am Samstag nicht zu sehen: San Marino, Portugal, Estland, Georgien, Montenegro, Schweiz, Luxemburg, Armenien, Aserbaidschan und Lettland.
Weitere Informationen zum Eurovision Song Contest 2026
Podcast „Merci, Chérie“
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Fotos: Corinne Cumming/EBU, Sarah Louise Bennett/EBU, Alma Bengtson/EBU
