ALBUM-REVIEW: Enno Bunger – Wir sind vorbei

Im Vorfeld der Veröffentlichung des neuen Albums haben Enno Bunger Kreativität bewiesen: Via Facebook verbreiteten sie Bilder von Heidi Klum und Seal, Christian und Bettina Wulff sowie einigen weiteren Kandidaten mit dem Albumtitel als Unterzeile: „Wir sind vorbei.“

Enno Bunger - Wir sind vorbeiGanz so universal wie der plakative Titel sind die Songs des zweiten Albums der Norddeutschen nicht, handeln sie doch vom Ende einer langjährigen Beziehung in all seinen Facetten. Die ersten beiden Stücke, „Blockaden“ und „Euphorie“, besingen die Leichtigkeit und beschwören den zauberhaften Anfang aus dem bekannten Hesse-Gedicht.

Dann folgt aber ein rätselhafter Bruch im Album und die Stimmung kippt in Richtung Trauer. Das steht Enno Bunger allerdings gut und „Regen“ ist der beste Song des Albums. Aber auch „Abspann“ sticht mit der Zeile „Manchmal ist die Wahrheit beileibe nicht bequem / Manchmal die Lösung viel schlimmer als das Problem“ hervor. „Die Flucht“ gibt noch mal richtig Gas und klingt ungewohnt entschlossen, doch danach läuft das Album sehr unspektakulär aus.

Die Songs folgen häufig dem gleichen Muster: Sie bauen sich langsam mit Klavier und Fokus auf den Text auf, bevor sie sich später musikalisch in eine Art Rausch spielen. Auf die Dauer wirkt das sehr eintönig und einfallslos – trotz Gastmusikern wie Alin Coen oder Simon Frontzeck von Tomte.

Enno Bunger haben auf „Wir sind vorbei“ einige starke Ansätze und klingen sehr sympathisch. Das reicht jedoch nicht, um vollständig zu überzeugen und eine höhere Punktzahl einzuheimsen als 2009 mit der EP „Herzschlag“.

Trackliste:

01. Blockaden
02. Euphorie
03. Regen
04. Abspann
05. Leeres Brot
06. Roter Faden
07. Die Flucht
08. Ich möchte noch bleiben, die Nacht ist noch jung
09. Ein Astronaut
10. Präludium

Label: PIAS / Rough Trade
VÖ: 09.03.2012
Format: CD
Bewertung: 3/6
ennobunger.de

(Im Original erschienen bei triggerfish.de am 08. März 2012.)