18. April 2016

CD-REVIEW: Sophia – As We Make Our Way (Unknown Harbours)

Sophia

Und immer diese Melancholie

Sieben Jahre sind seit dem letzten Sophia-Album inzwischen vergangen. Nun bekommt „There Are No Goodbyes“ endlich einen Nachfolger. Und der ist von beeindruckender Qualität.

Wenn man die Informationen zum neuen Sophia-Album zugeschickt bekommt, passiert etwas Bemerkenswertes: „Album Lyrics“ heißt ein Dokument, in dem tatsächlich alle Texte der neuen Platte „As We Make Our Way (Unknown Harbours)“ zu lesen sind. Schon da fällt auf: Sänger und Bandkopf Robin Proper-Sheppard ist manchmal erstaunlich wortkarg und bringt es dann doch genau auf den Punkt.

„You say it’s alright but I know it’s not alright at all…” ist die einzige Zeile aus “You Say It’s Alright”, immerhin über vier Minuten lang. Immer wieder wird sie Mantra-artig wiederholt und brennt sich im Kopf ein.

Sophia sind vor allem für melancholischen, schwermütigen Indie-Sound bekannt. Stücke wie „Resisting“ machen dafür dieses Mal recht ordentlich Krach. Die Instrumente sind kraftvoll und schmeißen die Show fast alleine.

„California“ kommt sogar musikalisch sehr aufbauend daher, die Melancholie bleibt aber immer dabei, wenn Proper-Sheppard eine Reise in seine alte Heimat beschreibt.

Aber natürlich ist es vor allem der wunderschön traurige Sophia-Sound, der auch „As We Make Our Way (Unknown Harbours)“ so besonders macht. „I’m a drifter, baby, you caught me on the road“ – man möchte Proper-Sheppard in den Arm nehmen oder ihn zumindest auf einen ausgedehnten Kneipen-Abend einladen.

Ganz am Schluss des Albums gibt es dann noch klassische Singer/Songwriter-Kost, aber auch die klingt wunderbar. „Well it’s easy to be lonely / And it’s easy to be sad / And it’s easy to let go / And it’s easy to be glad” – da war sie wieder, die pointierte Sprache, die ein auch musikalisch starkes Sophia-Album noch veredelt.

Sophia - As We Make Our Way (Unknown Harbour)Künstler: Sophia
Albumname: As We Make Our Way (Unknown Harbours)
VÖ: 15.04.2016
Label: Flowershop
sophiamusic.net

 

Fotos: Philip Lethen und Promo

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