22. Februar 2009

CD-REVIEW: Verlen – s/t

Blackmail küsst Placebo

Verlen - s/tDer König ist tot, es lebe der König. Als sich Blackmail im Dezember 2008 überraschend trennten, wurde ein Platz auf dem deutschen Indie-Thron frei. Verlen aus dem hessischen Kelkheim sind mit ihrem neuen Album ein heißer Anwärter auf die Nachfolge.

Mit ordentlich viel Gitarre und verzerrter Stimme kommt das selbstbetitelte Doppelalbum von Verlen, immerhin bereits der vierte Longplayer der Band, daher. Aber auch Melodie und Melancholie kommen nicht zu kurz. Balladige Klänge werden in “All Of Mine” oder auch “Passion” angestimmt, dabei ist der Gesang klar und warm. Diese Wärme geht allerdings verloren, wenn die Jungs richtig loslegen. Gleich im ersten Song “The Jaguar Conflict” ist auch eine gewisse Nähe zu Placebo erkennbar, die im Laufe der zwölf Songs immer mal wieder auftaucht.

Dabei übertreiben es Verlen zwischenzeitlich auch mal mit dem verzerrten Durcheinander, wie in “Marry The World”, das zu sehr im musikalischen Chaos endet. Solche Momente bleiben auf dem Album allerdings die Ausnahme.

Und weil es so schön ist, gibt es gleich noch eine zweite CD. Darauf enthalten: Vier sehr beatlastige Remixe und acht B-Seiten, unter denen sich auch noch die ein oder andere Perle verbirgt. Reinhören lohnt sich also – und vielleicht sind die Fußstapfen von Blackmail gar nicht mehr so weit entfernt.

Trackliste:

CD1:
01. The Jaguar Conflict
02. Saint-Fiction
03. The Hair Song
04. All Of Mine
05. Scissor Cut
06. Marry The World
07. Run Of The Mill
08. Passion
09. Reunite The Youth
10. Me My Maze
11. The Bomb Song
12. Become

CD2:
01. The Bomb Song (Remix)
02. All Of Mine (Remix)
03. Saint-Fiction (Remix)
04. Become (Remix)
05. The Agitated Interlude
06. To Beauty, Truth And Goodness
07. Go To Follow
08. This Is My Fight
09. Snowflake Soul
10. If This Is Me (Catcatcher)
11. Floating Wreck
12. Turn Me Backwards (First Version)

Label: Waggle Daggle Records / Broken Silence
VÖ: 13.02.2009
Format: Doppel-CD
Bewertung: 5/6
www.verlen.de

(Im Original erschienen bei triggerfish.de am 22. Februar 2009.)

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