19. Juni 2007

KONZERT-REVIEW: Tomte – Heidelberg (Karlstorbahnhof), 14.06.2007

Buchstaben über Heidelberg

Thees Uhlmann, Tomte, HeidelbergDie Indieband Tomte legt in diesem Jahr eine Pause ein. Ausnahme: Eine Clubshow am 14. Juni in Heidelberg. Im Karlstorbahnhof heizten die Hamburger dabei ordentlich ein.

Im Januar 2006 erschien das Album „Buchstaben über der Stadt“, mit dem die Band Tomte um Sänger und Songschreiber Thees Uhlmann sehr erfolgreich durch die Republik tourte. Ein Jahr lang waren sie unterwegs, 2007 sollte Pause sein. Deshalb spielen die Hamburger in diesem Jahr nur auf ein paar Festivals. Als einzige Clubshow hatten sie sich am 14. Juni den Karlstorbahnhof in Heidelberg ausgesucht.

Tomte haben zwei Vorbands mitgebracht, die sich jeweils eine halbe Stunde dem Publikum vorstellen. „Ghost of Tom Joad“, eine Indieband aus Münster, sind zuerst dran. Danach entern die sechs Schweden von „Stompin’ Souls“ die Bühne und liefern eine gekonnte Rockshow ab. Das Publikum ist also schon vor Tomte in bester Stimmung.

Thees Uhlmann, Tomte, HeidelbergDer Frontmann im Blickpunkt

Schließlich stehen sie auf der Bühne, Thees Uhlmann und seine Männer. „Mit dem Mofa nach England“ vom zweiten Album „Eine sonnige Nacht“ ist der Eröffnungssong. Von Anfang an singt und tanzt das Publikum begeistert mit. Natürlich dürfen bei einem Tomte-Konzert die lustigen Ansagen des Frontmanns Thees nicht fehlen, die er auch heute wieder liefert. „Und dann stellt ihr das alles wieder auf Youtube!“, kommentiert er die Lacher der Zuhörer.

Doch Tomte überzeugen heute vor allem musikalisch. Auch Ersatz-Bassist Simon, der sich laut Thees „innerhalb von vier Tagen alle Tomte-Bassakkorde draufgeschafft“ hatte, macht seine Sache gut. Er muss kurzfristig für den erkrankten Stamm-Bassisten Olli Koch einspringen. Die größte Aufmerksamkeit zieht jedoch zweifellos Thees auf sich, während sich Dennis Becker (Gitarre), Max Schröder (Keyboard) und Timo Bodenstein (Schlagzeug) im Hintergrund halten.

Thees Uhlmann, Tomte, HeidelbergEs ist die Leidenschaft, die treibt

„New York“ heißt der Song, der besonders bejubelt wird. Spontan dichtet Thees ihn um auf „Heidelberg“. Nach „Die Schönheit der Chance“ verschwindet die Band zum ersten Mal hinter der Bühne. Die Fans singen so lange weiter, bis Thees mit seiner Gitarre zur Zugabe erscheint. Er spielt mit der Liebeserklärung an den FC St.Pauli, „Das hier ist Fußball“, und mit „Das war ich“ zwei ruhige Songs. Danach ist auch seine Band wieder auf der Bühne und „Ich sang die ganze Zeit von dir“ wird zum Höhepunkt des Abends. „Es ist die Leidenschaft, die treibt, die Passion in deinem Blick“, heißt es in diesem Song, den das Publikum fast lauter singt als Thees selbst. Nach „Pflügen“, an diesem Abend das einzige Stück vom Debütalbum „Du weißt, was ich meine“, gehen Tomte erneut. Für die begeisterte Menge muss allerdings eine zweite Zugabe her. Mit „Geigen bei Wonderful World“ endet der Abend stimmungsvoll. Und als Thees’ Zeile „Ich lebe mich durch eines der schönsten Leben, mit den schönsten Songs der Welt“ langsam verhallt, wissen die Menschen im Karlstorbahnhof längst, was er damit meint.

(Im Original erschienen im Campusmagazin der Hochschule Darmstadt am 19. Juni 2007.)

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