ALBUM-REVIEW: White Lies – As I Try Not To Fall Apart

Die White Lies versuchen sich auf dem neuen Album „As I Try Not To Fall Apart“ an Hymnen. Das klappt jedoch nicht immer.

White Lies

Schon bei „Five“ vor drei Jahren blieb in unseren Augen einiges an Potenzial liegen. Dieses Mal ist zumindest der Albumtitel schon mal deutlich kreativer.

Und er zeigt auch, was sich seit 2019 vor allem geändert hat: Die Band macht sich auf einmal Gedanken um Vergänglichkeit. „Looking for cures that ain’t invented yet. If I don’t want to die, then I’m not gonna die“, heißt es gleich zu Beginn in „Am I Really Going To Die“. Das alles verpackt im typischen White-Lies-Indierock, der die ganz große Hymne jedoch nicht hergibt.

Auch der Titeltrack klingt sehr reflektiert und mit Synthies durchzogen. Ein Problem: Viele Songs von „As I Try Not To Fall Apart“ entfalten sich nur sehr langsam – zu langsam für eine Band, die durchaus Richtung Stadionrock tendieren möchte. Beispiele hierfür sind „Breathe“ und „Blue Drift“ – gute, aber eben nicht sehr gute Songs.

An einer Stelle schöpfen die White Lies allerdings ihr komplettes Potenzial aus: „I Don’t Wann To Go To Mars“ baut sich perfekt auf und prescht vor bis zum Refrain als Höhepunkt. Das Thema ist einfach zu erraten, denn es geht natürlich um Elon Musk und seine Mars-Fantasien.

Der Achtziger-Vibe durchzieht auch „As I Try Not To Fall Apart“, in dieser Hinsicht machen die Briten keine Experimente. Das kann wie bei „Step Outside“ in manchen Momenten auch nach Alleinunterhalter klingen, bevor man dann doch wieder von einem netten Refrain eingefangen wird. Immerhin: Mit „There’s No Cure For It“ am Ende gibt es eine inhaltliche Klammer durch den Bezug zum Opener.

„Ich denke, dass es eines unserer besten sein könnte“, wird Sänger Harry McVeigh zum neuen Album zitiert. Schlecht ist „As I Try Not To Fall Apart“ keinesfalls, aber über gute Ansätze kommt es zumeist auch nicht hinaus. Leider.

 

Albuminfos White Lies – As I Try Not To Fall Apart

White Lies - As I Try Not To Fall ApartKünstler: White Lies
Albumname: As I Try Not To Fall Apart
VÖ: 18.02.2022
Label: PIAS
whitelies.com

 

Fotos: Charles Cave und Promo

 

„As I Try Not To Fall Apart“ von White Lies kaufen

2 Comments on “ALBUM-REVIEW: White Lies – As I Try Not To Fall Apart”

  1. Das Album ist sowas von gut. Der Kritiker hat zuviel Kritik übrig. Es gibt vlt. zwei, drei Songs gegen Ende des Albums, d etwas hinterher hinken, aber ansonsten ein Meisterwerk. Punkt.

  2. Bis dato kenne ich nur die 3 Single-Auskopplungen aus dem neuen Album, allerdings sind diese sowas von gut, so dass ich dem Rezensent bis hierhin erstmal widersprechen möchte.

    White Lies haben in meinen Augen nahezu perfekt arrangierte Songs ausgekoppelt (man höre nur „Am I really going to die“, mit einem herausragenden Bass-Spiel), die neben den Trademaks der Band auch „neue“ Pop-Einflüsse beinhalten (U2, Depeche Mode etc.).

    White Lies sind 2022 schöpferisch an Ihrem Höhepunkt, liefern herausragende, intensive Songs und fangen all die Fans wieder ein, die sie mit dem letzten Album verloren haben. Ich für meinen Teil freue mich schon sehr auf das komplette Album in 2 Tagen 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.