ESC-SPECIAL: So lief der vierte Proben-Tag beim Eurovision Song Contest 2021

Wir liefern Eindrücke vom vierten Tag der Proben zum Eurovision Song Contest 2021 in Rotterdam. Mit dabei: Tornike Kipiani (Georgien), Anxhela Peristeri (Albanien), The Black Mamba (Portugal), Victoria (Bulgarien), Blind Channel (Finnland), Samanta Tina (Lettland), Gjon’s Tears (Schweiz) und Fyr Og Flamme (Dänemark).

Fyr Og Flamme, Eurovision Song Contest 2021

 

Erste Probe von Tornike Kipiani aus Georgien mit „You“

Es ging am Dienstag zugegeben sehr gemächlich los: Tornike Kipiani wirkt bei seiner Ballade „You“ auf der Bühne recht verloren, darüber konnten auch ein paar nette Visuals nicht hinwegtäuschen. Als wäre das alles nicht schleppend genug gewesen, setzte er sich zwischenzeitlich auch noch hin. Im letzten Probendurchlauf machte sich der Georgier einen Spaß und sang in extra schiefen Tonlagen – das war deutlich unterhaltsamer als der eigentliche Song. Die Qualifikation für das Finale könnte für ihn schwierig werden.

Tornike Kipiani, Eurovision Song Contest 2021

 

Erste Probe von Anxhela Peristeri aus Albanien mit „Karma“

Wie so viele andere auch stand Anxhela Peristeri bei ihrer ersten Probe in einem silbernen Glitzer-Kleid auf der Bühne. Die füllte sie mit ihrer Präsenz und ihrer Stimme auch ganz alleine aus, optische Erinnerungen an Helene Fischer dürfte der Auftritt höchstens bei einigen deutschen Zuschauer*innen hervorrufen. Die Visuals unterstützten ihre Powerstimme an den richtigen Stellen, zudem gab es Pyro, Nebel und eine Windmaschine. Was will man mehr vom ESC? „Auf der Bühne habe ich mich wie eine Diva gefühlt“, sagte die albanische Sängerin später. Und genau so kam sie auch rüber.

Anxhela Peristeri, Eurovision Song Contest 2021

 

Erste Probe von The Black Mamba aus Portugal mit „Love Is On My Side“

Eine wirkliche Überraschung des vierten Proben-Tages waren The Black Mamba aus Portugal. Ihr ruhiger Song hätte auf der großen Bühne verloren wirken können – tat er aber nicht. Das Zusammenspiel der Band war stimmig, per LED-Wand kam ein Streichorchester hinzu und Sänger Pedro Tatanka bewegte sich sogar über den Catwalk. Ob seine näselnde Stimme nun bei allen gut ankommt, mag dahingestellt sein. Und auch seine E-Gitarren-Einlage zum Schluss wirkte eher deplatziert. Aber einen großen Sprung sollten The Black Mamba damit trotzdem gemacht haben.

The Black Mamba, Eurovision Song Contest 2021

 

Erste Probe von Victoria aus Bulgarien mit „Growing Up Is Getting Old“

Im vergangenen Jahr war Victoria aus Bulgarien eine der großen Favorit*innen, in diesem Jahr warf sie ihre suboptimale Songauswahl etwas zurück. Dafür stimmte schon in der ersten Probe vieles: Auf einem schrägen Podest saß sie zunächst, schmachtend und leidend, bewegte sich aber gegen Ende des Songs auch darauf. Ihr Gesang dazu war wunderschön. Ein besonderes Gadget des Bühnenbilds: An einer Stelle rieselt Sand hinab. In einem der beiden im Pressezentrum sichtbaren Probendurchläufe berührte Victoria ihn während ihrer Performance, im anderen rieselte der Sand nicht den ganzen Song über. Man darf gespannt sein, wie dieser minimalistische Spezialeffekt am Ende in der TV-Show aussehen wird.

Victoria, Eurovision Song Contest 2021

 

Erste Probe von Blind Channel aus Finnland mit „Dark Side“

Nach den vielen Balladen kam die Abwechslung von Finnland gerade recht: Blind Channel hatten im Vergleich zu ihrem Sieger-Auftritt beim Vorentscheid in ihrem Land nicht viel geändert. Es rockt, es knallt, es kracht – alleine das wird im zweiten Halbfinale eine willkommene Abwechslung sein. Als besonderen Clou hatten sich die Bandmitglieder ihre Mittelfinger rot angemalt – wohl, weil sie diese auf der großen ESC-Bühne nicht provozierend in die Kamera halten dürfen. Von ihren ebenfalls rockigen Kolleg*innen aus Italien ist die Band übrigens ganz angetan: „Zum Glück haben wir sie auch dabei, wenn es darum geht, Rockmusik zum ESC zu bringen“, sagten sie in der Presserunde. Die angesprochenen Maneskin sind allerdings erst am Donnerstag mit ihrer ersten Probe dran.

Blind Channel, Eurovision Song Contest 2021

 

Erste Probe von Samanta Tina aus Lettland mit „The Moon Is Rising“

Eher unspektakulär mutete die erste Probe von Samanta Tina an. Die Sängerin, die so lange darum gekämpft hatte, endlich auf der ESC-Bühne stehen zu dürfen, kam ganz in grün, die LED-Show war zum größten Teil in Gold getaucht. Drei Backgroundsängerinnen, von denen man gar nicht merkte, ob sie stimmlich überhaupt etwas live beisteuerten, standen in ebenfalls grünem Dress und mit seltsamen Visieren daneben. Als Signature Move formten alle zwischendrin und am Ende mit ihren Händen eine Art Krone über ihren Köpfen, ansonsten passierte auf der Bühne aber leider viel zu wenig.

Samanta Tina, Eurovision Song Contest 2021

 

Erste Probe von Gjon’s Tears aus der Schweiz mit „Tout l’univers“

Einer der großen Favoriten auf den Sieg beim Eurovision Song Contest 2021 stand am Dienstag ebenfalls auf der Bühne: Gjon’s Tears aus der Schweiz. Der Sänger hätte seinen Track „Tout l’univers“ rein inhaltlich auch am Klavier sitzend performen können, aber zum Glück stand er, bewegte sich durch sein Bühnenbild und hatte sogar ein paar Tanzschritte parat. Das dürfte ihn dem Sieg näher bringen, weil sich die Befürchtung, dass sein Auftritt dem von Duncan Laurence 2019 ähneln könnte, nicht bestätigt hat. Und stimmlich ist er ohnehin über jeden Zweifel erhaben.

Gjon's Tears, Eurovision Song Contest 2021

 

Erste Probe von Fyr Og Flamme aus Dänemark mit „Øve Os På Hinanden“

Wir haben es geahnt, aber jetzt sind wir sicher: Fyr Og Flamme werden der ultimative Farbtupfer am Ende des zweiten Halbfinals sein. Das Duo behielt die meisten Elemente aus seinem Sieger-Auftritt beim Melodi Grand Prix bei, es gab zahlreiche Achtziger-Anklänge und herrliche Tanzmoves von Sänger Jesper Groth. Der machte sich dann auch in seinem etwas ungelenken Gang auf über den Catwalk. „Vielleicht erinnert man sich an uns als den Underdog, der gut abgeschnitten hat“, so seine Aussage später vor der Presse. Auffallen werden sie mit dieser Performance mit Sicherheit.

Fyr Og Flamme, Eurovision Song Contest 2021

 

Am morgigen Mittwoch proben die ersten 15 Acts aus dem ersten Halbfinale bereits zum zweiten Mal. Mit dabei: The Roop (Litauen), Ana Soklic (Slowenien), Manizha (Russland), Tusse (Schweden), Vasil (Nordmazedonien), Lesley Roy (Irland), Elena Tsagrinou (Zypern), TIX (Norwegen), Albina (Kroatien), Hooverphonic (Belgien), Eden Alene (Israel), Roxen (Rumänien), Efendi (Aserbaidschan) und Go_A (Ukraine).

Das erste Halbfinale des ESC 2021 in Rotterdam findet am 18. Mai statt, das zweite Halbfinale zwei Tage später. Am 22. Mai steigt dann das große Finale. Für Deutschland tritt Sänger Jendrik mit „I Don’t Feel Hate“ an.

Alle Songs des Eurovision Song Contest 2021 gibt es hier. Ausführliche Steckbriefe aller Acts sind hier zu finden.

 

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Foto: EBU / Andrea Putting

 

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