INTERVIEW: Ochman

Ochman ist der Vertreter Polens beim Eurovision Song Contest 2022 und wird mit seinem Song „River“ hoch gehandelt. Wir haben uns mit ihm unterhalten.

Ochman

Am Rande des Eurovision in Concert in Amsterdam sprach Ochman mit bleistiftrocker.de unter anderem über seinen Künstlernamen, die Entstehung von „River“ und seine amerikanischen Wurzeln.

 

Warum hast du dich dazu entschlossen, deinen Nachnamen als deinen Künstlernamen zu verwenden?

Mein Familienname ist mir nicht peinlich, ich bin stolz darauf. Und ich finde, dass es besser klingt und besser aussieht als mein Vorname oder mein voller Name. Zunächst wollte ich tatsächlich meinen vollen Namen nehmen, aber wir wollten es kürzer halten. Außerdem ist mein Opa ein bekannter Opernsänger, er singt bis heute. Wenn ich an meinen Nachnamen denke, denke ich natürlich an meine Familie, aber auch an seine Karriere. Die Menschen in Polen kennen ihn für seine Stimme und unter seinem Nachnamen. Ich wollte mir das aber nicht einfach nehmen, also habe ich ihn gefragt, was er darüber denkt. Und er fand, dass das eine tolle Fortsetzung für den Familiennamen wäre und ich einfach stolz darauf sein könnte. Und das bin ich.

Worum geht es in deinem Song?

Es passiert so viel auf dieser Welt und vor allem in unseren Köpfen. Viele Leute vor allem in meinem Alter sitzen daheim und denken an eine Zukunft, die sehr unsicher ist. Ich glaube, Menschen haben immer eher Angst vor dem, was sie nicht wissen. Der Song handelt von dem Moment, in dem man inneren Frieden und Ruhe findet. Einfach von diesem ganzen Lärm wegkommen.

Du hast ihn gemeinsam mit Ashley Hicklin geschrieben. Wie war das?

Es war schön. Wenn es nach mir ginge, würde ich nur im Studio sitzen und nichts anderes tun. Ich fühle mich dort sehr gut und frei und ich mag es, Musik zu erschaffen. Ehrlich gesagt hätte ich mir gewünscht, dass wir für den Song einen weiteren Tag gehabt hätten. Wir haben ihn in fünf oder sechs Stunden gemacht, weil wir für die Vorauswahl in Polen eine Deadline hatten. Es ist aber toll geworden, wir waren sehr happy mit der Demoversion und haben uns entschieden, sie einzuschicken.

Wofür hättest du dir einen weiteren Tag gewünscht?

Um vielleicht ein paar Dinge im Song zu ändern. Wenn ich ihn mir jetzt anhöre, gibt es da noch einige Sachen, die ich vielleicht hätte ändern wollen. Mit dem Text bin ich glücklich. Aber es war der einzige Tag, den wir für die Musik und die Melodien hatten. Vielleicht hätte ich mir für einige Teile etwas anderes ausgedacht. Aber ich bin noch immer stolz auf den Song und würde nie etwas singen, was ich nicht fühle.

An der Studioversion kannst du nichts mehr ändern, aber an deiner Performance.

Ja, ich kann ändern, wie ich auf der Bühne erscheine und die Melodie, weil ich mit meiner eigenen Stimme arbeite. Das kann mir helfen, wenn ich mir etwas ausdenke. Darüber denke ich auf jeden Fall nach.

Was ist dein Ziel beim ESC 2022?

Ich habe nicht wirklich viele Erwartungen an dieses Erlebnis. Ich bin einfach nur glücklich, ein Teil davon zu sein. Viele Menschen wären das gerne, es klappt aber nicht. Ich würde also sagen, dass alle Künstler, ich eingeschlossen, sehr glücklich sind, hier zu sein und unsere Musik teilen zu können. Es wäre naiv zu sagen, dass ich darüber nicht nachdenke, dass es mir hilft, vor der Kamera zu so einem großen Publikum zu singen. Damit erreiche ich sehr viele Leute.

Rafal, der im vergangenen Jahr für Polen in Rotterdam angetreten ist, hat den polnischen Vorentscheid in diesem Jahr moderiert. Hast du mit ihm über sein ESC-Erlebnis gesprochen?

Nein, wir haben uns nicht unterhalten.

Was ist deine erste ESC-Erinnerung?

Ich bin ehrlich: Ich habe erst vor zwei Jahren angefangen, den ESC zu verfolgen. Ich bin in den USA geboren und aufgewachsen. Meine Freunde und ich waren einfach nicht so daran interessiert, meine Familie auch nicht. Nicht, dass wir das nicht wollten, aber es war einfach nicht präsent. Ich bin aber sehr glücklich, dass ich angefangen habe, es zu verfolgen. Ich genieße es sehr, den ganzen Vibe und die Atmosphäre. Was mich in alles etwas mehr reingezogen hat war Barbara Pravis Song „Voilà“.

Da du deine amerikanischen Wurzeln gerade erwähnt hast: Wie beeinflussen sie deine Musik?

Schwer zu sagen, das müssen wahrscheinlich andere beurteilen. Ich versuche einfach nur, das zu schreiben, was ich fühle. Ich mache einfach das, was mir in den Sinn kommt und hoffe, dass es die Menschen glücklich macht.

 

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Foto: Slawomir Kuchanski

 

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