Tom Chaplin – Midpoint (Review)

Ist „Midpoint“ von Tom Chaplin die Album-gewordene Midlife-Crisis? Könnte man denken – ein bisschen mehr steckt aber doch dahinter.

Tom Chaplin

Der Keane-Sänger hat die durch Corona erzwungene Pause genutzt, um neue Solo-Songs zu schreiben. Ein Künstler in der vermeintlichen Mitte seines Lebens, den genau dieser Umstand sehr nachdenklich macht – das ist das, was wir auf „Midpoint“ zu hören bekommen.

Schnell fällt auf, dass der 43-Jährige sehr bemüht ist, allgemeingültige Dinge zu formulieren. „We all fall down“, heißt es direkt im Opener. „Rise and fall, it’s the same for everyone, happens to us all“, ist eine Zeile aus dem direkt folgenden Track. Das alles ist eine eher seichte Verbrüderungstaktik, mit der er kaum jemanden locken kann.

Aber natürlich will Tom Chaplin auch die Liebe beschreiben, von der er umgeben ist. Und hier wird das Album gerne mal anstrengend. Er fühle sich „oh so loved“, heißt es in „Black Hole“. Ähnlich schmalzig wirft einen später „Overshoot“ aus „Midpoint“ raus.

Es plätschert so dahin

Dazwischen gibt es aber auch noch nette Momente: „Stars Align“ ist der erste etwas aufgewecktere Moment auf „Midpoint“, „Gravitational“ verleiht dem Album mit Drums dann auch mal richtig Schwung. „Gonna Run“ erinnert dagegen an schöne wie ruhige Keane-Songs, auch wenn Tom Chaplin seinen Solo-Tracks mehr Raum gibt.

Insgesamt ist „Midpoint“ aber dann doch etwas zu wehmütig und, ja, auch langweilig geraten. Ein paar Songs zu viel plätschern einfach dahin, ohne echte Spannung zu erzeugen. Und ganz nebenbei hoffen wir natürlich, dass Tom Chaplin die Hälfte seines Lebens noch lange nicht hinter sich hat.

 

Albuminfos Tom Chaplin – Midpoint

Tom Chaplin - MidpointKünstler: Tom Chaplin
Albumname: Midpoint
VÖ: 02.09.2022
Label: BMG Rights Management
tomchaplinmusic.com

 

Fotos: Derek Hudson und Promo

 

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