ALBUM-REVIEW: Morrissey – I Am Not A Dog On A Chain

Es gab Zeiten, da hat Morrissey mit seiner Musik seine Zuhörer tröstend in den Arm genommen. Und was macht er jetzt, wo wir ihn so dringend gebrauchen könnten? Einen Scheiß!

Morrissey

Natürlich konnte der 60-Jährige bei Aufnahme des Albums nicht wissen, wie dringend im März 2020 Trost gebraucht würde, wie ihn die Smiths einst an die frühen, unfreiwilligen Social-Distancing-Pioniere gerichtet haben. Aber so oder so kann man „I Am Not A Dog On A Chain“ einfach vergessen.

All das war natürlich absehbar. Das letzte reguläre Studio-Album „Low In High School“ von 2017 hatte noch ein paar Hits, die man zumindest heimlich ein bisschen cool finden konnte („I Wish You Lonely“, „In Your Lap“), obwohl Morrissey längst auch in Teilen seiner Songs in rechte Sphären abgedriftet war. „California Son“ im vergangenen Jahr bestand glücklicherweise nur aus harmlosen Cover-Versionen.

„I Am Not A Dog On A Chain“ ist in den meisten Momenten schlicht wertlos. Musikalisch rumpelt es einfach vor sich hin – nicht, dass die Musik in seinen Solo-Zeiten jemals außergewöhnlich oder auch nur maßgeblich war. Textlich lässt uns Morrissey allerdings vollkommen im Stich. „If you’re gonna kill yourself then, for God’s sake – just kill yourself“, heißt es im Opener „Jim Jim Falls“ – danke für diesen wertvollen Tipp.

Wer hinter einem Songtitel namens „Darling, I Hug A Pillow“ ein neues „How Soon Is Now?“ vermutet, wird ebenfalls sehr heftig enttäuscht. Nicht mal sein Kerngebiet, das Besingen der unerfüllten Liebe, scheint der ehemalige Meister der Einsamkeit noch zu beherrschen.

Und als wäre das nicht schlimm genug, kommt im Titeltrack des Albums dann auch der gefährliche Verschwörungstheoretiker durch. „I do not read newspapers, they are trouble-makers, listen out for what you’re not being told“, heißt es darin. Allein das ist schon Grund genug, das Album zur Seite zu legen und nie wieder anzufassen. Und in den besonders traurigen Momenten vielleicht doch mal wieder eine alte Smiths-Platte aufzulegen und sich ihrem tröstenden Sound hinzugeben.

 

Albuminfos Morrissey – I Am Not A Dog On A Chain

Morrissey - I Am Not A Dog On A ChainKünstler: Morrissey
Albumname: I Am Not A Dog On A Chain
VÖ: 20.03.2020
Label: BMG Rights Management
morrisseycentral.com

 

Fotos: Promo

 

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3 Comments on “ALBUM-REVIEW: Morrissey – I Am Not A Dog On A Chain”

  1. Eine eigenartige Rezension…
    Ohne nun mit jeder privaten Äußerung des Exzentrikers Morrissey d´accord gehen zu müssen, hätte der Rezensent doch gerne etwas mehr über die Musik auf der Platte sagen sollen, anstatt diesen von Frust getriebenen und aus meiner Sicht absolut unzutreffenden (und sinnlosen) Verriss abzusondern.
    Ich habe die Scheibe nun selbst und höre ein für Morrisseys Verhältnisse musikalisch erfrischend experimentierfreudiges Album eines stimmlich ausdrucksstarken, kraftvollen Interpreten. Wer Morrissey je etwas abgewinnen konnte wird hier, wie auf nahezu jedem Morrissey-Album, richtig gute Pop-Kost und die ein- oder andere Perle finden.

  2. Wow, was für ein Review.
    Im Gegensatz zu dem Album leider völlig nutzlos. Abgedroschen, ohne Belege und Zusammenhang.

    1. Dass der Autor offensichtlich Morrissey aus ideologischen Gründen zum Kotzen findet – geschenkt. Aber dem Leser einen mittellangen Hass-Review vor den Latz zu knallen, in dem lediglich mit einen einzigen Satz und den kargen Worten „Musikalisch rumpelt es einfach vor sich hin“ auf das eigentlich Wichtigste des Artikels -die Mucke- einzugehen, ist schon frech.

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