17. Oktober 2020

CD-REVIEW: Tomberlin – Projections [EP]

Sarah Beth Tomberlin hat uns 2018 mit ihrem Debüt “At Weddings” wahrlich umgehauen. Auf ihrer neuen EP “Projections” entwickelt sie ihren Sound nun deutlich weiter.

Tomberlin

So viel vorab: Die Sound-Experimente tun der Amerikanerin auf ihrem neuen Werk nicht so richtig gut. “At Weddings” lebte von den klaren Geschichten und der wunderbar artikulierten Melancholie, “Projections” weicht das nun alles auf.

Die Single “Wasted” hat eine erste Ahnung davon gegeben. Der Track ist recht kurz und verliert sich zu sehr in mehrstimmigem Gesang. Die Worte – auf dem Debüt waren Perlen wie “And to be a woman is to be in pain” zu hören – rücken durch diese Technik und die zugehörige Instrumentalisierung zu sehr in den Hintergrund.

“Sin” kann immerhin noch mit der Auftaktzeile “Boyfriends, what are boyfriends when I have you?” aufwarten. Der Track stammt aus der “At Weddings”-Ära, was man inhaltlich sofort merkt, ging es doch auf dem Album bereits um Tomberlins Kindheit in einem christlich geprägten Umfeld. Durch einen Kanon mit sich selbst gegen Ende des Songs wird die Spannung dann aber wieder auf eher unschöne Weise durchbrochen.

“Floor” ist sehr emo-like von Spaziergängen auf Friedhöfen inspiriert, wie die Sängerin zur EP-VÖ dem Magazin Stereogum erzählt hat. Eine wunderbare Melancholie schimmert durch – immerhin. Ansonsten beschreibt der Opener “Hours” die EP ganz gut: Man wird sofort reingezogen und neugierig, der Song verharrt allerdings und hat zu wenige Höhen und Tiefen, sodass man dann doch schnell das Interesse verliert.

Der fünfte und letzte Track ist dann “Natural Light”, ein Cover von Casiotone For The Painfully Alone. Und damit endet eine EP, die zwar keineswegs schlecht ist, aber die die Erwartungen nach dem überragenden Debüt leider auch nicht erfüllen kann.

 

Albuminfos Tomberlin – Projections [EP]

Tomberlin - Projections [EP]Künstler: Tomberlin
Albumname: Projections [EP]
VÖ: 16.10.2020
Label: Saddle Creek Records
tomberlinmusic.com

 

Fotos: Marc Silverstein und Promo

 

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