14. Juni 2018

INTERVIEW: Sonia Stein

Sängerin Sonia Stein macht gerade mit ersten Singles auf sich aufmerksam, bald will sie richtig durchstarten. Wir haben sie in Berlin zum Interview getroffen.

Sonia Stein

Allerdings gab es an jenem Abend Anfang Juni zunächst einige Probleme: Sonia sollte aus London zu ihrem Showcase mit Yates eingeflogen werden, saß dann aber mehrere Stunden am Flughafen Schönefeld fest. Letztlich schaffte sie es doch noch rechtzeitig und präsentierte rund 30 Minuten lang ihre ersten Songs in der Chausseestrasse 131. Anschließend sprach sie mit bleistiftrocker.de unter anderem über ihre Beziehung zu Berlin, fröhliche Songs und Social Media.

bleistiftrocker.de: Du hattest heute große Probleme mit der Anreise. Was ist passiert?

Sonia Stein: Ich war eigentlich schon zweieinhalb Stunden vor Abflug am Flughafen, das mache ich sonst nie. Der Flug war dann zwei Stunden verspätet. Und als wir gelandet waren, kam ein wahnsinniger Hagelschauer und wir saßen noch mal drei Stunden im Flieger fest. Aber am Ende haben wir es ja doch noch geschafft. Und es hat sich auch gelohnt, die Show war richtig gut.

Stimmt es, dass du eine besondere Beziehung zu Berlin hast?

Ja, ich bin hier geboren. Meine Eltern sind aber umgezogen, als ich ein Jahr alt war. Ich kann mich also an nicht viel erinnern und ich spreche auch kein Deutsch. Aber in meinem Ausweis wird mein Name Sonia mit einem “J” geschrieben, das ist mein kleines Souvenir. Weil ich dann in Polen aufgewachsen bin, schreibe ich ihn inzwischen immer mit einem “I”.

Du hast gerade deine neue Single “Change Shapes” veröffentlicht und das Label nennt sie deinen “fröhlichsten Song”. Ist er das?

Nun ja, das Thema ist nicht so fröhlich. Aber der Sound ist sehr poppig und heiter. Wenn man also nicht auf den Text achtet, ist er sehr fröhlich.

Kommt das bei deinen Songs häufiger vor?

Es kommt darauf an. Einige Songs schreibe ich am Klavier, die klingen sehr traurig, wie das mit einem Klavier nun mal ist. Es ist schwer, am Klavier einen fröhlichen Song zu schreiben. Und ich spiele nicht Gitarre, die meisten meiner fröhlichen Songs schreibe ich also im Studio mit einem Produzenten, dann schreibt er den Song und ich die Texte. Meine Texte sind immer eher nachdenklich und introvertiert.

Du bist heute mit einem Akustik-Gitarristen aufgetreten. Spielst du manchmal auch mit einer kompletten Band?

Ja, manchmal, mit Gitarre, Drums und Keys. Ich habe immer gerne Drums dabei, dann kann ich ein bisschen tanzen. Allerdings kann ich mich ohne Band selbst besser hören.

Bisher hast du ausschließlich Singles veröffentlicht. Ist demnächst auch ein Album von dir geplant?

Ich hoffe es. Es gibt noch keine konkreten Pläne, aber ich habe genug Musik, um ein Album zu machen. Ich möchte aber nicht nur alte Songs für ein Album zusammenstellen.

Stimmt es, dass du schon im Teenie-Alter angefangen hast, Musik zu schreiben?

Ja, ich habe mit 14 oder 15 angefangen, am Klavier Songs zu schreiben. Mein Vater war Musiker, ich hatte bereits als Kind Gesangs- und Klavierunterricht. Ich wusste immer, dass ich singen wollte. Und als Teenager hat man viele Emotionen und ich fand es einfacher, sie über Songs zu kommunizieren. Das war wie eine Therapie für mich.

Gibt es Songs von damals, die du auch heute noch gut findest?

Also textlich könnte ich keinen davon veröffentlichen, das wäre zu seltsam. Wenn ich sie mir anhöre, denke ich aber, dass sie gar nicht so schlecht waren. Mein Vater will mich immer dazu überreden, Songs von damals zu veröffentlichen.

In der Kurz-Biografie auf deiner Homepage steht, dass du Joni Mitchell und Leonard Cohen magst. Kannst du von beiden jeweils einen Song nennen, der es dir besonders angetan hat?

Bei Leonard Cohen ist es “Famous Blue Raincoat”, bei Joni Mitchell ist es etwas seichter und einer ihrer berühmtesten Songs, “River”.

Sind die beiden auch deine Vorbilder, wenn es um Songwriting geht?

Ich glaube, es ist eine Sackgasse, wenn man genau so klingen will. Das schafft man nie. Aber für mich sind sie eine Inspiration.

Heute hast du nur einen kleinen Showcase gespielt. Ist eine größere Tour geplant, kann man dich mal wieder in Deutschland sehen?

Termine für Shows kommen aktuell eher erst einige Wochen vorher rein, es ist also am besten, mir auf Facebook oder Instagram zu folgen, um da auf dem Laufenden zu sein.

Da du gerade Facebook und Instagram ansprichst: Magst du Social Media?

Ja und nein. Einerseits ist es gut, weil man direkt mit seinen Fans kommunizieren kann. Aber auf eine Art ist es entmutigend, wenn es immer um die Follower-Zahlen geht – auch, wenn man an Gigs kommen möchte. Es geht nur noch um Zahlen, das ist ein bisschen traurig. Aber ich mag die Instagram-Stories und habe dort auch dokumentiert, wie ich heute stundenlang im Flieger festsaß.

 

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Foto: Promo

 

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