INTERVIEW: Lake Malawi

Nach dem Auftritt beim ESC 2019 war es zunächst ruhig um Lake Malawi. Jetzt starten die Tschechen mit neuer Musik wieder durch.

Lake Malawi

Im Interview mit bleistiftrocker.de spricht Sänger und Bandkopf Albert Cerny unter anderem über Songwriting per Zoom, das kommende Album und ein Missverständnis, das ihn fast erneut zum Eurovision Song Contest geracht hätte.

bleistiftrocker.de: Ihr habt gerade den Song „Spinning“ veröffentlicht. Wovon handelt er?

Albert Cerny (Lake Malawi): Nun, es geht um Spinning, hahaha! Ich meine, ich bin glücklich darüber, dass wir einen Song gemacht haben, der sich selbst nicht zu ernst nimmt. Er war inspiriert von einer Einladung meiner Mutter, die wollte, dass ich mit ihr in einen Spinning-Kurs gehe. Ich habe nein gesagt, aber immerhin haben wir den Song geschrieben. Entstanden ist er über Zoom mit Jeronym aus der Band und Jowst und Ynga aus Norwegen. Ich habe die Idee gehasst, so zu schreiben, aber wenn man die Leute persönlich kennt, kann das funktionieren.

Wird es bald weitere neue Songs zu hören geben?

Ja, wir planen, eine weitere Achtziger-inspirierte Single im März oder April zu veröffentlichen. Ich freue mich sehr darauf, denn sie wurde von Los Rollos aus Finnland produziert und klingt richtig tight. Es geht um klares Träumen und darum, die Träume in der realen Welt auch wahr werden zu lassen.

Was kannst du über das kommende Album „The Great Video Game Crush“ verraten?

Ich würde einfach sagen: Lake Malawi sind zurück! Das Schreiben von „Friend Of A Friend“ war der Kickstart einer komplett neuen Ära für uns. Wir kollaborieren mit Songwritern und Produzenten der ganzen Welt und ich glaube wirklich, dass das Album einen Impact haben kann, den keines unserer bisherigen hatte.

Warum wurde „The Great Video Game Crush“ eigentlich als Debüt-Album angekündigt? Ihr habt doch vor einigen Jahren schon eines veröffentlicht…

Jemand hat das mit den Metadaten verkackt, sorry. Wir haben eine EP veröffentlicht und dann unser Debüt-Album 2017 und das wird unser zweites großes Album.

Woher kommt denn der charakteristische chillige Indie-Sound von Lake Malawi? Wer sind eure musikalischen Einflüsse?

Chilliger Indie, das ist ein netter Ausdruck. Aber ich bin mir nicht sicher, ob er zum neuen Album passen wird. Wir sind eher auf der Dance-Straße unterwegs. Mehr Daft Punk, weniger 2005er Coldplay – obwohl ich die Band noch immer mag.

Du bist der Frontmann und Songwriter von Lake Malawi. Wie demokratisch geht es in der Band zu?

Der Kern der Band sind Jeronym und ich, wir sind also nur zu zweit und ich bin der Anführer. Ich brauche Jeronym, der mich immer ein bisschen runterbringt, wenn meine Ideen zu wild werden. Es ist ein bisschen wie bei MGMT – zumindest wünsche ich mir das – oder Air, wo du zwei Typen auf den Bildern siehst und es weitere kreative Menschen um sie herum gibt. Auf der Bühne werden wir im Sommer vier oder fünf sein.

Lake Malawi
Jeronym (links) und Albert von Lake Malawi

Nachdem du mit Lake Malawi 2019 am Eurovision Song Contest teilgenommen hast, hast du es 2020 noch mal solo im polnischen Vorentscheid versucht. Hast du nach wie vor Pläne, noch mal zum ESC zu fahren?

Nein. So lustig das klingt: Die Teilnahme am polnischen Vorentscheid war eher ein Missverständnis. Unser polnischer Manager hat mich damals eingeladen, in der Show zu singen, ich hatte aber nicht verstanden, dass er damit meinte, dass ich auch teilnehmen würde. Trotzdem liebe ich Polen, denn ich spreche Polnisch mit meiner Schwester und meine Mutter, es war also großartig, Zeit in Warschau zu verbringen.

Was ist dir von den drei Minuten auf der großen ESC-Bühne in Tel Aviv in Erinnerung geblieben?

Pure Freude. Es war wie ein Hindernislauf, den du so gut verinnerlicht hast, dass du dich einfach treiben lässt. Ich rede davon, die Kameras zu wechseln, in die du schauen musst und daran zu denken, wo ich stehen muss. Mir war egal, wie viele Menschen zugeschaut haben, wir hatten einfach Spaß.

Du hast kürzlich einen bleistiftrocker.de-Tweet auf Deutsch beantwortet. Woher kannst du so gut Deutsch?

(antwortet dieses Mal selbst auf Deutsch) Vielleicht konnte ich dieses Interview auf Deutsch machen, aber nicht ohne Fehler. Ich habe Deutsch in der Schule gelernt. Jetzt lese ich Snowboard Zeitschriften wie Pleasure und Waves & Woods auf Deutsch. Ich mag die Sprache sehr. Mein Lieblingswort ist „geil“.

Gibt es Pläne für Auftritte in Deutschland?

Ich hoffe, dass wir das eines Tages tun können. Ich hatte immer das Gefühl, gutes Feedback von Fans zu bekommen, wenn wir im Atomic Café in München oder in Hamburg gespielt haben mit meiner früheren Band.

 

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