INTERVIEW: LUM!X feat. Pia Maria

LUM!X und Pia Maria werden Österreich beim ESC 2022 mit „Halo“ vertreten. Beim Eurovision in Concert in Amsterdam haben sie sich Zeit für ein Interview genommen.

LUM!X feat. Pia Maria

LUM!X und Pia Maria beantworten im Gespräch mit bleistiftrocker.de unsere drei Standard-Fragen und sprechen außerdem über ihre Erfahrungen bei den Pre-Partys und die „DJ-Falle“ beim Eurovision Song Contest.

 

bleistiftrocker.de: Worum geht es in eurem Song?

Pia Maria: Wir hatten jetzt zwei Jahre eine Zeit, die für jeden schwer war. Und jetzt geht es ein bisschen dem Ende zu. Wir wollen dran erinnern, dass man wieder rausgehen und was machen soll. Es war jetzt einfach so eine Routine, jeden Tag das Gleiche zu machen: Du stehst auf, gehst zur Arbeit und gehst wieder schlafen, dann stehst du wieder auf – immer das Gleiche. Man hat wirklich gedacht: Every day is the same. Jetzt aber nicht mehr so. Deshalb wollen wir die Leute motivieren, dass sie wieder rausgehen und was draus machen. Jetzt kann man es ja wieder machen. Und wenn es nur ausgehen ist. Mal lebt nur einmal und das wollen wir den Leuten wieder beibringen.

Was ist euer Ziel beim ESC 2022?

LUM!X: Das Ziel bei einem Wettbewerb ist zu gewinnen. Je nachdem, wie man die Lage heuer sieht – es gibt auch politische Einflüsse – wissen wir, dass es sicherlich schwieriger ist als in anderen Jahren. Aber man fährt auch nicht zu Olympia um die Bronzemedaille zu holen.

Was ist eure erste ESC-Erinnerung?

Pia Maria: Ich habe es eigentlich immer mit meiner Familie geschaut, schon seit ich klein war. Das war dann immer wie ein Kinoabend und ich durfte länger aufbleiben, um es fertig zu schauen. Und es gab Popcorn. In meiner Familie war es eine Tradition. Ich habe es eigentlich immer geschaut, seitdem ich mich dran erinnern kann.

LUM!X: Bei mir war es auch von klein auf so, dass man es in der Familie immer zusammen geguckt und sich einen schönen Abend gemacht hat. Die Bühne war immer mega und schön anzusehen im Fernsehen. Die erste aktive Erinnerung für mich ist Lena von 2010.

Wir sind hier beim Eurovision in Concert in Amsterdam, einer Party mit Tausenden Menschen. Ist es das, was ihr in eurem Song thematisiert?

LUM!X: Kurz gesagt ja. Aber es geht auch darüber hinaus. Einfach gute Stimmung im Allgemeinen verbreiten, nicht nur bei einem solchen Event, wo viel Halligalli ist. Sondern auch privat, wenn sich jemand nicht gut fühlt. Ich habe vielleicht diese drei Minuten mit dem Song gemacht, womit man sich dann besser fühlen kann.

(Der belgische Sänger Jérémie Makiese stürmt heran, unterbricht das Interview mit einem lauten „Lucaaaa“ in Richtung LUM!X und herzt ihn und Pia Maria.)

Das sieht doch schon sehr nett aus zwischen euch und den anderen Acts. Ihr wart ja auch bereits bei mehreren Pre Partys. Wie war das so für euch?

Pia Maria: Voll cool.

LUM!X: Vor allem in Tel Aviv, wo 20 Länder dabei waren, da haben wir wirklich Kontakte geknüpft. Es ist wie eine Familie, wenn man da mal reinkommt. Am Anfang ist alles ein bisschen kalt und ungewohnt, wenn man mit so vielen verschiedenen Ländern auf einen Haufen geworfen wird.

Pia Maria: Am Ende war es dann aber wie ein Busausflug mit der Schule. Einfach alles sehr innig.

LUM!X: Je mehr Zeit man miteinander verbringt, umso familiärer wird es dann auch.

Werdet ihr zwei denn nach dem ESC weiter zusammenarbeiten?

Pia Maria: Weitere Kooperationen sind auf keinen Fall ausgeschlossen. Aber wir lassen es einfach passieren.

Beim ESC gibt es ja sowas wie eine „DJ-Falle“: Weil die Musik vom Band kommen muss, können DJs nichts live aufführen und müssen das irgendwie überspielen. Weißt du schon, wie du das machen willst?

LUM!X: Genauso, wie es Gitarristen oder Pianisten auch machen. Ich verstehe da nicht wirklich den Unterschied zu anderen Musikern auf der Bühne.

Einige Acts mit DJs in den letzten Jahren wurden hoch gehandelt, haben dann aber nicht so gut abgeschnitten – vielleicht auch, weil man ihnen angesehen hat, dass sie auf der Bühne nicht wirklich etwas getan haben.

LUM!X: Ich weiß es nicht. Ich bin primär Musikproduzent. Der Song kommt erst dann zum Leben, wenn auch ein Instrumental vorhanden ist, das haben wir auch geschrieben. Es ist also schon genug Arbeit vor der Bühne geschehen, ich will gar nicht sagen, wie viele Stunden ich im Studio verbracht habe. Das sieht dann auf der Bühne leider niemand. Das sollte auch ein bisschen mehr in die Musikbranche einbezogen werden. Nicht nur der auf der Bühne hat was zu tun, sondern auch die 30 Leute, die im Vorhinein schon involviert sind, haben auch ganz viel Arbeit. Das ist auch ein ganz guter Punkt, warum ich als DJ hier eine Generation von der elektronischen Musik repräsentiere. Weil es noch nicht sehr verbreitet ist, das finde ich sehr schade.

Beschreib gerne mal, wie viele Stunden du an „Halo“ gearbeitet hast.

LUM!X: Es ist schwierig zu sagen, weil ich mehrere Projekte hatte. Aber im Schnitt sind es bei einem Song immer so zwischen 50 und 100 Stunden reine Arbeitszeit, in denen man aktiv im Programm etwas klickt. Und dann gibt es noch extern die writing session, Mix, Master, Video und so weiter. Das ist alles Arbeit, die in den Song reingeflossen ist, die auf der Bühne dann nicht wirklich anerkannt wird.

 

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Foto: Hans Leitner / ORF

 

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