Madsen – Hollywood (Review)

„Guten Tag, meine Damen und Herren!“ Das neue Madsen-Album „Hollywood“ ist da und wirkt viel zu gesetzt. Was auch am überragenden Vorgänger liegt.

Madsen

Als die Band im ersten Corona-Jahr 2020 mit „Na gut dann nicht“ einen spontanen Ausflug in den Punk machte, stand ihr das sehr gut. Frisch, roh, ungehalten, und das nach jahrzehntelanger Bandgeschichte. Dagegen ist das neue Album „Hollywood“, man muss es leider so hart sagen, ziemlich langweilig.

Der Titeltrack, der nicht zufällig auch schon eine Vorab-Single war, ist noch gelungen: Die Zeile „Bau mir ein Hollywood in diese graue Hood“ ist zwar etwas bemüht, die Geschichte von einem einsamen und politisch benachteiligten Kind, das sich erträumt, ein Superheld zu sein, ist aber wunderbar rührend.

Ansonsten ist es aber schwer, in das neue Madsen-Album reinzukommen. Wobei einem der Anfang noch mundgerecht serviert wird: „Guten Tag, meine Damen und Herren! Sind Sie bereit für ein bisschen Lärm?“, heißt es direkt im Opener „Ein bisschen Lärm“. Leider klingen Madsen danach tatsächlich wie eine Band, die ihre Zuhörerschaft inzwischen siezt.

Mehr Schlagerfestival als Rockband

Wenn dann in „Das Beste von mir“ alles glitzert und leuchtet und strahlt, hat das schon fast etwas von Schlagerfestival. Wenn das Quartett diese Art von Beschäftigung anpeilt, ist es ihnen gut gelungen. Aber die Rockband mit Punk-Einschlägen ist hier viel zu häufig nur noch ein Schatten ihrer selbst.

Neben Hochzeitsfantasien und der Geschichte eines Baumes gibt es dann noch die typischen Kumpelsongs à la „Willi“ und „Der gleiche Weg nach Haus“, denen man immerhin das Attribut „sympathisch“ verleihen kann. Dass mit „Wir haben immer noch die Sonne“ eine in die Länge gezogene Durchhalteparole am Ende von „Hollywood“ steht, passt leider gut ins Bild. Denn vielleicht gelingt Madsen ja noch mal ein großer Wurf, „Hollywood“ ist aber leider keiner.

 

Albuminfos Madsen – Hollywood

Madsen - HollywoodKünstler: Madsen
Albumname: Hollywood
VÖ: 18.08.2023
Label: Goodbye Logik Records
madsenmusik.de

 

Fotos: Dennis Dirksen und Promo

 

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